Chronik

Der 30 Fuß Motorsegler Moby Dick wurde 1974 auf einer Werft in der Nähe von Bremerhaven gebaut. In dieser Zeit gab es dort eine ganze Reihe kleinerer Werften, die heute nicht mehr existieren.

Den Auftrag für den Bau des Schiffes gab ein Lotse aus Bremerhaven. Lotsen sind erfahrene Seeleute, meist ehemalige Kapitäne von Überseeschiffen. So ließ dieser Lotse seine gesamte langjährige seemännische Erfahrung in den Bau dieses Schiffes einfließen.

Gebaut für den Einsatz auf der rauhen Nordsee, zeichnet sich Moby Dick durch hohe Seegängigkeit aus. 1974 war auch noch eine Zeit, in der mit wertvollen Materialien, wie Edelstahl und Edelhölzern großzügiger umgegangen wurde als heute. Mal abgesehen von Nobelwerften.

Diesem Umstand und sicher auch der finanziellen Kraft des Auftraggebers ist es zu verdanken, dass Moby Dick eben nicht ein „Joghurtbecher“ von der Stange ist.

Teakholz, Mahagoni, Pitchpine und Edelstahl prägen das Bild, eingefasst in einer mehr als soliden Außenhaut aus GFK. Die Maschine, ein OM 636 Mercedes mit 40 PS, fügt sich gut in dieses Equipment ein. Die Segeleigenschaften wurden so ausgelegt, dass mit einer gewissen Untertakelung sichere Fahrteneigenschaften erreicht werden.

Nach 12 Jahren Einsatz in der Nordsee verkaufte der 1. Eigner aus gesundheitlichen Gründen das Schiff. Eine Episode dazu möchte ich nicht unerwähnt lassen. Als das Schiff verkauft war und in seinen neuen Heimathafen Elsfleth an der Weser überführt wurde, begleitete der ehemalige Eigner das Schiff über 40 km auf dem Deich, um von ihm Abschied zu nehmen…
Doch Moby Dick kam in gute Hände. Die Familie Renke B. pflegte und wartete das Schiff mit viel Liebe, Sachverstand und großem Aufwand.

16 Jahre lang wurde es das Urlaubsdomicil der Familie. Die schönen Nordseeinseln, aber auch die Ostsee, über den Nord-Ostsee-Kanal, waren die überwiegenden Reiseziele. Im Jahre 2002 erwarb meine Familie das Schiff in einem ausgezeichneten Pflegezustand. Sein jetziger Heimathafen ist Lauterbach auf der Insel Rügen.

Die Servicetechniker der Marina im jaich warten und modernisieren seitdem Moby Dick mit viel Sachverstand und guten handwerklichen Fähigkeiten.

Wird fortgesetzt…

Empfohlen vom Regionalen Fremdenverkehrsverband Vorpommern e.V.